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NLZ: Auftritte für die lauten Schreier

Bundeshausredaktorin Eva Novak verheisst nichts Gutes für den kommenden Wahlkampf. Luzerns Monopolblatt macht sich kaum Gedanken über Strategien und Konzepte.

28. Februar 2011

Am vergangenen Donnerstag veranstaltete der Verein „Qualität im Journalismus“ in Bern eine Podiumsdiskussion zum Thema „Medien und Politik im Wahlkampf”. Unter den vier DiskussionsteilnehmerInnen war auch Eva Novak, Leiterin Bundeshausredaktion der „Neuen Luzerner Zeitung“.


Eva Novak: Leiterin Bundeshausredaktion Neue Luzerner Zeitung NLZ

Novaks Auftritt fasst Roger Blum, einst Professor Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Bern,  im Medien-Branchendienst Klein Report folgendermassen zusammen: „Nichts von Strategien und Konzepten konnte Eva Novak für die «Neue Luzerner Zeitung» berichten. Das Wahljahr sei nichts Besonderes, da man sich ja seit langem in einem Dauerwahlkampf befinde, sagte sie. Was in der Zeitung zum Thema werde, entscheide sich oft nach ökonomischen Kriterien: Wie verkauft sich das Blatt am besten, was kommt beim Publikum an? Indirekt bestätigte sie, dass man sich die Agenda von der Politik vorgeben lässt, indem sie sagte: «Die SVP spielt gekonnt auf der Agenda-Klaviatur». Die politischen Pole seien journalistisch am interessantesten, da komme halt die Mitte zu kurz.“ Das Ergebnis sehen NLZ-LeserInnen täglich, das Blatt greift vor allem Themen und Positionen der  SVP und anderer nationalkonservativen Gruppen auf.

Blums Fazit ist folgerichtig, aber unerfreulich: „Wenn die Redaktionen solcher Printmedien, die den politischen Diskurs nach wie vor massgeblich prägen, keine konzeptionellen Überlegungen anstellen, wie sie den Wahlkampf spiegeln wollen, dann werden sie leicht zum Opfer jener, die am lautesten schreien.“ Opfer? Wohl eher überzeugte UnterstützerInnen!