Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Kanton Zürich, 26. März 2017

"ajour", das Online-„Magazin für autonomen Journalismus“ berichtet, dass Raphael Rotzer, vor kurzem als Sektionspräsident der Gewerkschaft für das Verkehrspersonal gewählt, nun auch als stellvertretender Sektionspräsident der PNOS Zürich auftritt.

Gewerkschaften haben es schwer, auch bei der Bestellung neuer Vorstandsmitglieder. So auch die Zürcher Oberländer Sektion der Gewerkschaft des Verkehrspersonals. Ende Februar – nach dem kurzfristigen Rückzug eines anderen Kandidaten – wählten die Mitglieder den 32jährigen Chauffeur Raphael Rotzer zum neuen Sektionspräsidenten. In dieser Funktion hätte er sich für die Anliegen aller Mitglieder einsetzen sollen, zum Beispiel auch «gegen fremdenfeindliche Hetzkampagnen» oder ganz allgemein «gegen Rassismus». Bei SEV ist man davon überzeugt: «Ohne ausländische Arbeitskräfte käme der öffentliche Verkehr zum Erliegen.»

Allerdings liess der Gewählte die meisten seiner Wähler über seine politische Gesinnung im Unklaren. Kurze Zeit nach der Wahl wird Rotzer von der rechtsextremen Kleinpartei National Orientierter Schweizer PNOS als neuinstallierter Präsidenten-Stellvertreter für den Kanton Zürich vorgestellt. Die Partei behauptet, im Kanton Zürich viele Mitglieder zu haben, vor allem im Oberland, in der Stadt Zürich und im Raum Winterthur. In den vergangenen sieben Jahren seien für die Partei «immer wieder Aktivisten in die Öffentlichkeit» gegangen, aber «dann schnell wieder» verschwunden. So wird es auch Rotzer ergehen, zumindest bei der Gewerkschaft. Bei der nächsten Vorstandssitzung will man die Personalie Rotzer zur Diskussion bringen. Als andere als eine schnelle Entfernung des Rechtsextremisten von seiner Präsidenten-Funktion wäre eine grosse Überraschung.