Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Kradolf TG, 21. Oktober 2017

Einige PNOS-Aktivisten stellen zwei Holzkreuze in eine Wiese und zeichnen mit Kreide Umrisse von Leichen auf den Boden. Die Aktion soll sich gegen "Migrantengewalt" richten. Anlass ist ein Verkehrsunfall, bei dem ein betrunkener Autofahrer einen älteren Mann auf dem Fussgängerstreifen angefahren und schwer verletzt hat. Der Fahrer ist eritrischer Staatsbürger, ebenso sein Mitfahrer. Gestützt auf die Aussagen einer Augenzeugin berichtet das Boulevardblatt "Blick", dass der Mitfahrer sie bedroht habe und zu einer unzutreffenden Aussage habe drängen wollen. [Die Blick-Redaktion unterlässt es, den Eritreer zu den Vorwürfen Stellung nehmen zu lassen.]
In ihrem Bericht über die Aktion bezeichnet die PNOS den Unfallfahrer als "Scheinasylanten" und als "Wirtschaftsmigranten". Auch zetert sie gegen die "etablierten Parteien", insbesondere die "links-grünen Volksverräter", welche sich "mir ihren zahlreichen Institutionen und den so genannten 'Sozialarbeitern' gleich selbst noch ein goldenes Näschen verdienen" würden. Dann behauptet die PNOS weiter: Das "eigene Volk" lasse man hängen und kümmere sich "weder wirklich um Obdachlose noch um anderweitig Bedürftige und auch nicht um Leute, welche sich am Rande des Existenzminimums durch den Alltag kämpfen" müssten. Nur: Dieser Missstand besteht, aber man kann weder den Grünen noch den Sozialdemokraten noch anderen Linken vorhalten, dass Vorstösse zugunsten von Obdachlosen, Sozialschwachen und Working Poors meist an der Ablehnung der Bürgerlichen, insbesondere auch der SVP, scheitern.