Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Lugano, 13. Mai 2017

In einer Diskothek hätte Paul Yeboah auftreten sollen. Er ist in Italien bekannt unter dem Künstlernamen Bello Figo, übersetzt in etwa "schön geil". In seinen Songs ­fordert er die Fremdenfeinde heraus. Er rappt ihre Slogans. Er persifliert und ­parodiert sie. Und deshalb mögen sie ihn nicht ausstehen. In mehreren Städten Italiens untersagten die Behörden Auftritte von Bello Figo, dies nach Drohungen von rechtsextremen Gruppen. Auch in Lugano hängen einige Tage vor dem Auftritt Plakate, die "mit schweren Konsequenzen" drohen, vor, während und nach dem Konzert. Das Flugblatt enthält nationalsozialitische Symbole wie auch rassistische Zeichen. Daraufhin sagt die Diskothek den Anlass ab. Zwei Tage später veröffentlicht die Staatsanwaltschaft ein Überwachungsfoto, das einen Täter bei der Arbeit zeigt. Daraufhin melden sich zwei junge Männer bei der Polizei, beide sollen zu den Fans des FC Lugano gehören. Gemäss Tessiner Medienberichten handelt es sich bei einem der beiden Geständigen um den Sohn eines freisinnigen Tessiner Grossrates. Der Staatsanwalt John Noseda kündigt an, er werde die beiden Männern nicht wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm anklagen. Eine überraschende Einschätzung, sind doch sowohl das Keltenkreuz wie auch der Slogan "White Power" bekannte Rassistenzeichen 'für die Überlegenheit der weissen Rasse'.