Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Oberwil-Lieli AG, 9. Januar 2017

Zusammen mit dem SVP-Hausgrafiker Alexander Segert wollen SVP-Rechtsaussen wieder einmal mit Second-Hand-Politwerbung einen Abstimmungskampf betreiben: Erneut soll das Bild einer burkatragenden Frau Stimmung gegen Ausländer machen. Konkret gegen die erleichterte Einbürgerung von jungen Angehörigen der Dritten Generation. Das «Komitee gegen die erleichterte Einbürgerung» ist zwar nur schwach besetzt – gerade mal 14 Personen sind auf der Komitee-Homepage als Mitglieder aufgelistet. Neben sechs SVP-Nationalräten, darunter der Asylverantwortliche Andreas Glarner und der Unterwalliser Jean-Luc Addor, noch acht regional oder lokal agierende Politiker wie der als Nationalrat abgewählte Berner Grossrat Thomas Fuchs. Das Komitee, das seinen Sitz bei Andreas Glarner hat, zielt in seiner Pressemitteilung gegen "Personen von uns derart fremden Kulturen", denen es die "Schweizer Staatsbürgerschaft mit allen Privilegien" vorenthalten will. Plakate der Burka-Frau hängen seit heute in einigen Bahnhöfen. Doch die Reaktionen in den sozialen Netzwerken erfolgten innerhalb von Stunden: Über 60 Prozent jener Ausländerinnen und Ausländer, die von der vorgeschlagenen erleichterten Einbürgerung profitieren könnten, hätten heute einen italienischen Pass. Wenn also die SVP schon Stimmung machen solle, so solle sie doch ein «Spaghettifresser»-Inserat verwenden. Ganz nach dem Motto "Wenn schon Fremdenhass über drei Generationen, dann wenigstens professionell."