Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Seiry FR, 1. Juli 2017

«Vorherrschaft», so war das elektronische Flugblatt überschrieben und meinte damit die Dominanz der weissen Rasse. Der Flyer kündigte den Auftritt zweier Naziskin-Bands in der Schweiz an, veranstaltet vom Westschweizer Kleiderversand «No Compromise» und der «Crew 38», beide aus dem Umfeld der Westschweizer Hammerskins.
Am Freitagmittag macht die Antifa Bern auf ihrem Twitter-Kanal die Absichten einem breiteren Publikum bekannt. Auch die Freiburger Kantonspolizei vernimmt die Kunde. Am Samstag erfährt sie nach Personenkontrollen an einer Autobahnraststätte, dass die rechtsextremen Organisatoren den Gemeindesaal der kleinen Gemeinde Seiry hatten anmieten können. Allerdings hat der Veranstalter auf die Einholung der kantonal vorgeschriebenen Bewilligungen verzichtet. 

Dann geht alles ziemlich schnell. Die Freiburger Kantonspolizei untersagt das Konzert und eröffnet eine Untersuchung. Sie kontrolliert rund sechzig anreisende Personen, unter den Angehaltenen auch die Musiker der angekündigten deutschen Band «Wolfsfront». Die Herren müssen ihre Instrumente wieder einpacken und abreisen. Die vier Mitglieder der ebenfalls vorgesehenen italienischen Band «Katastrof» erhalten gleich an der Landesgrenze ein «Einreiseverbot» ausgehändigt. Sie publizieren diesen Erlass umgehend auf einem Social Media-Kanal, ebenso ihre vorbereitete Songliste. Ihr Auftritt hätten sie mit dem Lied «Arische Kämpfer» beenden wollen. Mit der Codeziffer «88» endet ihr Eintrag, er steht für «Heil Hitler».