Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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St. Gallen, 31. Oktober 2009

An der Tagung der Anti-Zensur-Koalition, organisiert vom Sektenchristen Ivo Sasek, tritt auch der Holoaust-Leugner Bernhard Schaub auf. Schaub verlangt eine Revision der Geschichte und redet beiläufig auch von "Negern". Von Schaubs Auftritt wird vorerst nur ein kleiner Ausschnitt öffentlich, obwohl der Veranstalter auf der Homepage die Veröffentlichung sämtlicher Videos der Auftritte ankündigte. Erst Anfang Dezember stellt Sasek auch Schaubs Vortrag ins Netz. In seiner Rede wendet sich Schaub gegen den Gleichheitsgedanken der Menschenrechte, die Demokratie, die "Rassenvermischung" und argumentiert für den Antisemitismus. Die Rassismus-Strafnorm führe dazu, so Schaub, dass ein bestimmter Menschenschlag, der sich für etwas Besseres halte, jeder kritischen Diskussion entzogen sei. Er bezeichnet Sigi Feigel, einst Ehrenpräsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), als "frechen Kerl" und als "kleinen Sektenboss". Und Feigels Aussprache mit Christoph Blocher im Vorfeld der Volksabstimmung über die Rassismus-Strafnorm kommentiert Schaub mit der Bemerkung: "Wer hat hier wen im Griff! Wedelt der Hund mit dem Schwanz oder der Schwanz mit dem Hund? Sigi Feigel wedelt mit Christoph Blocher und der Staat Israel wedelt mit den Vereinigten Staaten von Amerika." Für seine antisemitische Ansprache erhält Schaub mehrmals Szenenapplaus. Yvo Sasek gratuliert dem Redner Schaub bei der Verabschiedung für "die sehr mutige Rede", bei der Begrüssung hatte er behauptet, Schaub sei zweimal Opfer einer "beispiellosen Medienhetze" geworden.