Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Urtenen-Schönbühl BE, 21. Januar 2018

Noch vor wenigen Wochen betonte SVP-Präsident Albert Rösti, in seiner Partei habe "rechtsextremes Gedankengut absolut keinen Platz". Er wollte sich damit vom Präsidenten der JSVP Kanton Neuenburg distanzieren. Dieser trägt als Tattoo den Waffen-SS-Leitspruch „Meine Ehre heisst Treue“ am Unterarm.

Nun muss Rösti sich bereits wieder kritischen Fragen stellen. Für die Grossratswahlen von Ende März nominierte die SVP des Kantons Bern auf der Liste Mittelland-Nord auch den 45-jährigen Projektleiter Thomas Schori aus dem Dörfchen Urtenen-Schönbühl bei Bern. Nur: Noch vor zwei Jahren war Schori Mitglied der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer PNOS. Dies berichtet der „SonntagsBlick“. Schori sei dort auch als einziger Vize-Präsident vorgesehen gewesen, habe sich dann aber zurückgezogen. Bereits kurze Zeit später trat er in seiner Wohngemeinde als SVP-Politiker auf.

Ein Foto belegt, dass Schori am 1. Mai 2016 in Langenthal an einem PNOS-Aufmarsch vor dem Unia-Gebäude teilnahm. Das Ringier-Blatt berichtet, dass Schori damals auch als Redner aufgetreten sei. Er habe gefordert, dass dem „Schweizer Arbeiter“ wieder mehr Bedeutung zukommen müsse. Denn dieser werde verdrängt von „Arbeitslosen, von Invaliden, Asozialen und Asylanten“.

Der SVP-Kandidat sieht in seiner politischen Vergangenheit nichts Anrüchiges. Gegenüber dem „SonntagsBlick“ erklärte er: Die PNOS bestehe aus ganz normalen Menschen – „auch wenn das der Mainstream nicht wahrhaben“ wolle. Diese Aussage überrascht nicht. In den sozialen Medien ist Schori auch heute noch gut vernetzt mit rechtsextremen Exponenten. Nichtsdestotrotz erklärt der kantonalbernische SVP-Präsident Werner Salzmann: „Ich wusste nichts von alledem.“ Befragt  einen Tag später von der Tageszeitung "Der Bund" sieht er keinen Handlungsbedarf und halte am Kandidaten fest. Von der Wahlliste streichen kann die SVP Schori sowieso nicht mehr, die Frist für Wahllisten-Änderungen ist einige Tage vorher abgelaufen. Auch in den folgenden Tagen distanzieren sich mehrere SVP-ExponentInnen nur viertelherzig von ihrem rechtsextremen Kameraden.