Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Zürich, 13. März 2018

Das Bezirksgericht Zürich verurteilt einen 30jährigen Neonazi aus dem Zürcher Oberland wegen Rassendiskriminierung und Tätlichkeiten.

Auch wenn der Angeklagte die Schuld bestritt, sahen die drei Richter genug Indizien, um sie von der Schuld des Angeklagten zu überzeugen. Der Neonazi, bekannt als Sänger der Naziskin-Band „Amok“, muss nun 24 Monate in den Knast, da nun eine frühere teilbedingte Freiheitsstrafe ebenfalls vollständig werden soll. Der antisemitische Vorfall hatte im Sommer 2015 für mediales Aufsehen gesorgt. Am ersten Julisamstag feierte eine Gruppe Rechtsextremisten in Zürich-Wiedikon bereits nachmittags einen „Polterabend“. Sie stellten sich einzelnen Juden in den Weg, sie zeigten den Hitlergruss, sie skandierten antisemitischen Verwünschungen und nazistische Botschaften. Ein Mann aus der Gruppe bespuckte einen jüdischen Passanten und verfolgte ihn. Passanten riefen die Polizei. Mehrere Patrouillen hielten eine grössere Gruppe von Rechtsextremisten an. Die Zürcher Stadtpolizei berichtete nicht über den Angriff, erst Medienberichte machten Wochen später den Vorfall öffentlich. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.