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"Europäische Aktion"
wirbt in Liechtenstein |
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Rechtsextreme
verteilten in Liechtensteiner Gemeinden ein Flugblatt der "Europäischen
Aktion" (EA). Noch immer ist unklar, wo die EA ihr Treffen abhalten
will.
Vaduz. Von Aktivitäten der "Europäischen Aktion"
im Fürstentum war bis anhin nichts bekannt. Nun steckten aber
Liechtensteiner Rechtsextremisten in mehreren Gemeinden am vergangenen
Sonntag ein EA-Flugblatt in die Briefkästen. Das Blatt wendet
sich an die Bewohner des Ländles und erklärt, dass sich
auch "Menschen in Liechtenstein" der EA angeschlossen hätten.
"Gemeinsam mit unseren europäischen Brudervölkern"
gehe es darum, Europa "vor dem drohenden Untergang zu bewahren".
Aktivisten der Polizei bekannt
Die EA-Ziele sind eindeutig rechtsextrem: Die Organisation propagiert
die Ausschaffung "aussereuropäischer Einwanderer" an,
ebenso den "Abzug aller fremden Truppen" und das "Ende
der Fremdbestimmung in Deutschland und dem dazugehörigen Österreich".
Wie Jules Hoch, Chef der Liechtensteiner Kriminalpolizei, auf Anfrage
erklärt, sind der Polizei die Verantwortlichen der Flugblattaktion
bekannt. Diese bleibt aber ohne juristische Folgen: Eine inhaltliche
Prüfung durch die Staatsanwaltschaft habe ergeben, so Hoch weiter,
dass die Flugschrift nicht gegen die Liechtensteiner Rassismusstrafnorm
verstosse. Die Flugblattverfasser bleiben anonym, für weitere
Informationen verweisen sie auf das EA-"Zentralsekretariat"
in Regensdorf. Mit diesem Hinweis genügen sie aber der Impressum-Pflicht
des Mediengesetzes.
Tagungsort weiterhin offen
Die Flugblattaktion wirft weitere Fragen auf. Wie unsere Zeitung berichtete,
plant die EA am 10. September ein "Europa-Fest", an dem
Rechtsextreme und Holocaust-Leugner aus rund acht europäischen
Ländern auftreten sollen. Dabei empfiehlt die EA den Anreisenden
als Übernachtungsmöglichkeit Hotels und Pensionen in Vorarlberg.
Weiter ist publik, dass ein Parkplatz in Diepoldsau am Samstagmittag
kurzzeitig als Treffpunkt dienen soll.
Offen bleibt weiterhin, in welchem Saal das Treffen stattfinden wird
und ob dieser in der Schweiz, in Vorarlberg oder Liechtenstein steht.
Im Fürstentum wohl eher nicht.
Säle im Fürstentum angefragt
Zwar hätten einheimische Rechtsextremisten, so erklärt Jules
Hoch, auch bei zwei Liechtensteiner Gemeinden vorgesprochen, um einen
gemeindeeigenen Saal zu mieten. Daraus ist aber nichts geworden. Die
Polizei hat inzwischen alle Gemeinden über das rechtsextreme
Ansinnen orientiert. Die Behörden des Fürstentums stehen
aber, so Hoch, weiterhin in Kontakt mit den zuständigen Behörden
in St. Gallen und Vorarlberg.
Hans Stutz
St. Galler Tagblatt, 7. September 2011
Alle Rechte beim Verfasser. |
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