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Holocaust-Leugnerin erhielt in Chur eine grosse Bühne

Ivo Sasek veranstaltete im November einen Auftritt für die Nationalsozialistin und Holocaust-Leugnerin Sylvia Stolz.

Das Video ist seit der Jahreswende online und zeigt die deutsche Holocaust-Leugnerin und Nationalsozialistin Sylvia Stolz in der Churer Stadthalle. Mit Applaus verabschiedet von rund 2000 Menschen. Stolz, geboren 1963, ausgebildete Juristin und heute Lebenspartnerin des ehemaligen RAF-Anwaltes und heutigen Holocaust-Leugners Horst Mahler, sprach über ihre "Verfolgung" und erklärte so nebenbei: Wer vermeiden wolle, ein Nazi genannt zu werden, der müsse "die wesentlichen Themen ausklammern".

Gefängnis und Berufsverbot
Stolz hatte vor einigen Jahren als Wahlverteidigerin den Holocaust-Leugner Ernst Zündel verteidigt und dabei wiederholt selbst den Massenmord an den Juden geleugnet. Sie hatte damals das Gericht als "Organ der Fremdherrschaft" bezeichnet und von einem "Fortbestand des Deutschen Reiches" gesprochen. Auch hatte sie juristische Schriften mit "Heil Hitler" unterschrieben. Sie war daraufhin als Wahlverteidigerin vom Verfahren ausgeschlossen, aus dem Gerichtssaal getragen und später wegen Volksverhetzung zu Gefängnis und Berufsverbot verurteilt worden.

Den Auftritt in der Churer Stadthalle organisierte Ivo Sasek, sektiererischer Christ aus dem appenzellischen Walzenhausen. Er hatte auf den letzten Samstag im November zum achten Kongress der Anti-Zensur-Koalition geladen. Allerdings ohne Angabe des genauen Veranstaltungsortes, Eintrittskarten waren nur mit persönlichen Beziehungen erhältlich gewesen. Auch weil Sasek die Anwesenheit von Medienschaffenden fürchtete. In seiner Ansage lobte Sasek dann Stolz als Frau mit dem "Mut eines Löwen".

Antisemitische Aussagen
Bereits im Oktober 2009 hatte der Sektenchrist Sasek einem Holocaust-Leugner in der St. Galler Olmahalle eine grosse Bühne geboten. Auch damals hatte Sasek den Holocaust-Leugner Bernhard Schaub als unschuldiges Opfer der Verfolgung dargestellt und ihm nachher für "die sehr mutige Rede" gedankt. Im Gegensatz zu Stolz, die sich offensichtlich um Zurückhaltung bemühte, hatte Schaub damals auch mit antisemitischen Aussagen nicht zurückgehalten und unter anderem erklärt: "Sigi Feigel wedelt mit Christoph Blocher und der Staat Israel wedelt mit den Vereinigten Staaten von Amerika."

Hans Stutz
Südostschweiz, 14. Januar 2013
Alle Rechte beim Verfasser.