Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Berlin, 19. Januar 2019

«Nach Umerziehung: Zombies»
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er Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub hatte wieder einmal einen hetzerischen Auftritt.

Rund 200 Rechtsextremisten, darunter Holocaust-Leugner und Reichsbürger, demonstrieren vor dem Reichstag «für deutsche Kultur in Deutschland». Unter den Rednern der 64-jährige Schweizer Bernhard Schaub. Der notorische Antisemit schwadroniert von der «Rothschild-Soros-Clinton-Macron-Merkel-Bande», deren Tage gezählt seien. Er spricht von «verblödeten Deutschen», die an Bahnhöfen ständen und «angebliche» Flüchtlinge beklatschen würden. Er behauptet, diese Deutschen seien «keine Deutschen» mehr, sondern «Zombies». Ihnen sei «durch die Umerziehung Gehirn und Rückenmark herausoperiert worden». Schaubs Rede ist teilweise festgehalten in einer kurzen Video-Dokumentation, die das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus JFDA veröffentlicht hat. Sie belegt auch die Verteilung von Flugblättern zur Unterstützung der greisen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck, die zurzeit im Strafvollzug lebt.
In einem Schreiben an seine "Freunde" hatte auch Schaub zur Teilnahme aufgefordert, "morgen ist es zu spät". Angemeldet hatte die Demo der 38-jährige Berliner Nikolai Nerling, in der rechtsextremen Szene bekannt als "Der Volkslehrer“. Nerling, einst tätig als Grundschullehrer, hatte wenige Tage zuvor eine juristische Schlappe eingefangen, ein Berliner Arbeitsgericht bestätigte seine Entlassung aus dem Schuldienst, er sei aus personenbedingten Gründen nicht zur "Erfüllung seiner Dienstpflichten geeignet". Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Tage später verschickt Schaub seinen "Freunden" das Manuskript seiner Rede, auch schaltet Nerling eine vollständige Filmdokumentation der Veranstaltung auf.