Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Sion, 20. Februar 2015

Die Walliser SVP lanciert eine Initiative für ein Kopftuchverbot an den kantonalen Volksschulen. Die Initianten wollen die christliche Dominanz festschreiben und weiterhin "Herr im eigenen Haus" bleiben.
Die Initiative verlangt die Ausarbeitung eines Gesetzes für "unbedeckte Köpfe in den Walliser Volksschulen", dies allerdings nur um den formellen Schein zu wahren. "Wir zielen auf die Muslime", gesteht Jean-Luc Addor, SVP-Kantonsrat und Co-Präsident des Initiativkomitees in einem Interview mit der Tageszeitung "Tribune des Genève". Addor besteht darauf, dass im Wallis die Schulen nicht laizistisch seien, sondern einen "bestätigten christlichen Charakter" hätten. Er hat zwar keine Ahnung, wie viele Schülerinnen im Wallis eine Kopfbedeckung tragen. Er behauptet aber, nur muslimische Familien würden "Probleme bereiten", ohne konkrete Beispiele zu nennen. Die Initiative würde jedoch auch das Tragen einer Kippa verunmöglichen. "Die Juden", so Addor weiter, seien im Wallis "sehr diskret". An einer Medienkonferenz verwies Addor mehrmals auf den Dominanzanspruch des Christentums, konkret "die Verteidigung christlicher Werte". Auch gehe es darum, weiterhin "Herr im eigenen Haus" zu bleiben. Unterstützung erhoffen sich die Initianten von der katholisch-traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X, Êcone, wie auch von Vertretern der FDP und der CVP.