zurück zur Textübersicht

Zerstrittene Kameraden

Basels rechtsextreme Szene ist winzig, aber gross genug für Führungskämpfe und Schummeleien.

Gleich zwei rechtsextreme Listen treten in Basel-Stadt zu den Nationalratswahlen an: Die Partei National Orientierter Schweizer und Eric Webers Volksaktion gegen zu viele Ausländerinnen und Ausländer in unserer Heimat (VA). Hinter den Kulissen aber kämpfen die Parteiwichtigtuer mit harten Bandagen.

Eric Weber, Politclow und Alleinunterhalter der Volksaktion, will seinen PNOS-Kontrahenten Tobis Steiger (einst SVP Dornach) nicht neben sich dulden. Wie die az Medien am Wochenende berichten, hat Weber im Frühling gegen Steiger eine Strafanzeige wegen Bedrohung und Beleidigung eingereicht. Dies weil Steiger seinen rechtextremen Kameraden als „Vollidioten“ bezeichnet, der ihm nicht  mehr „unter die Augen kommen“ sollte. Die beiden Kontrahenten, die vor wenigen Jahren zusammen eine Pegida Schweiz-Bewegung anstossen wollten, bestätigten, dass die Staatsanwaltschaft einen Vergleich vorgeschlagen habe. Bisher vergeblich. Weber habe seine Zustimmung davon abhängig gemacht, dass Steiger nicht bei den Nationalratswahlen antrete.

Bedeutsamer ein anderes Verfahren, das gegen Weber eröffnet werden könnte. Eine 85-jährige VA-Kandidatin hatte nach der Veröffentlichung auf Medienanfragen verneint, sich als Kandidatin zur Verfügung gestellt zu  haben. Sie habe zwar vor zwei Jahren ihr Interesse bekundet, doch nie eine feste Zusage gemacht. Die Staatskanzlei prüft nun auch, ob die Unterschrift der 85-jährigen echt ist. Gegenüber der az Medien wollte Weber keine Stellung nehmen. Es wäre nicht Webers erstes juristisches Verfahren wegen Wahlschummelei.

Hans Stutz
hans-stutz.ch, 26. August 2019
Alle Rechte beim Verfasser.