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Trockene Reportage

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Der Berner Viehhändler Arthur Bloch wird am 16. April 1942 in Payerne in einen Hinterhalt gelockt, zusammengeschlagen und erschossen. Die zerstückelte Leiche versenken die Täter in Milchkannen im Neuenburgersee. Bloch war Jude, das zufällig ausgewählte Opfer einer faschistischen Gruppe aus dem Welschland. Hans Stutz schildert in sehr trockener Reportageform, wie die vier Beteiligten den antisemitischen Gewaltexzess als Fanal für eine generelle "Abrechnung" mit den Juden in der Schweiz planten. Nachdem der Fall bereits in den Siebzigerjahren aufgearbeitet wurde, standen Stutz erstmals auch Gerichtsakten zur Verfügung. Sie verstärken das Bild junger Männer, die aus einer Mischung von antisemitischem Ressentiment und intellektueller Verstocktheit ihren Worten mörderische Taten folgen liessen. Zwar wurden sie und der ideologische Anstifter zu hohen Strafen verurteilt. Doch über das Verbrechen wollte und will man bis heute nicht sprechen. Es sollte ein Schweizer Einzelfall sein und bleiben. (fis)

Facts, 11. Januar 2001