Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Basel, 11. Juni 2020

Die Grossbank UBS kündigt die Konten des rechtsextremen Aktivisten Tobias Steiger, Inhaber einer Alarmanlagen- und Videoüberwachungsfirma. Die Bank reagierte auf Medienberichte.

Die sofortige Sperrung der Konten macht Tobias Steiger, Exponent der Partei National Orientierter Schweizer PNOS, auf seinem Facebook-Konto selbst öffentlich. Auslöser der Bankaktion seien Texte, die in der «NZZ» und «tachles» (Online) erschienen sind. Sie hatten über Steigers Vorschlag berichtet, die Juden seien zu zwangssterilisieren, da «die jüdische Rotschild-Dynastie und die amerikanische Rockefeller-Stiftung»  jenen Chip finanzieren würden, der für die «geplante Corona-Impfung» vorgesehen sei. Und dies sei «nichts anderes als ein Versuch, die Weltbevölkerung zu dezimieren und zu sterilisieren».
So hirnrissig wie Steigers Vorschläge ist seine Folgerung, aus «der Reaktion von UBS» könne man sehe, wie er «ins Schwarze getroffen habe». In diesen Tagen tut Steiger einiges, um sein politisches Ansehen weiter zu mindern. Unbeeindruckt behauptet er, die Black Live Matters-Bewegung sei nicht anders als «ein Ablenkungsmanöver damit wir weiter auf die Zwangssterilisation» warten würden.  Und sehr spät nachts schreibt er: «Wenn es nur noch eine Rasse geben würde, erst dann sind Rassenprobleme vorbei.» Und er verbreitet auch «Pfingstgrüsse» der 90-jährigen Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck, die seit einiger Zeit im Knast lebt. Und er publiziert auch ein ebenso antisemitisches wie rassistisches Wutvideo des Schweizer Holocaust-Leugners Fabio Gervasi, der die Juden, die er als «kleine wurzellose Clique» bezeichnet, dafür verantwortlich macht, dass die Vorherrschaft der Weissen nicht umgesetzt worden sei. Gervasi trat in den vergangenen Jahren mehrmals in Deutschland als Sprecher bei rechtsextremen Kundgebungen auf.