Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Bern und Zürich, 9. Mai 2020

Die Polizeikorps der Kantone Bern und Zürich demonstrieren wieder einmal ihre unterschiedlichen Massstäbe. Hatten sie - aufgerüstet in Kampfmontur - am 1. Mai jede kleinste Ansammlung von Linken rigoros unterbunden, lassen sie diesmal Hunderte von "Corona-Rebellen" stundenlang gewähren. Unter den Teilnehmenden sind Personen, die ein patriotisch-nationalistischen Bild der Schweiz pflegen und solche, die esoterischen Zauberglauben oder Verschwörungsphantasien verbreiten. Auf dem Zürcher Sechseläutenplatz streckt eine Frau jedem Fotographen ein Schild vor die Fotolinse: "Impfen macht frei?". Sie verbindet damit die Befürchtung eines geplanten Impfzwanges in geschichtsverzerrenden Zusammenhang mit nationalsozialistischen Konzentrationslagern, um sich selbst als Verfolgte darzustellen. In Bern zeigt ein junger Mann - wie ein Foto belegt - inmitten der Demonstrierenden den Hitlergruss. Auch geistert der Rechtsextreme Ignaz Bearth durch die Menschenmassen und verbreitet eine geschwätzige Live-Reportage. Er spricht von Impfzwang, von "Patrioten" und vom Widerstand, der sich entwickle, nicht nur in Deutschland, Österrreich, sondern auch in der Schweiz.