Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Chur, Walzenhausen AR und Grossraum München, 23. Mai 2019

V0r über sechs Jahren hat sie in Chur den Holocaust geleugnet, nun sitzt Sylvia Stolz in Bayern hinter Gittern.

Auch wenn es lange währt, Volksverhetzung führt in den Knast, zumindest eine notorische Holocaust-Leugnerin wie die deutsche Anwältin und Nationalsozialistin Sylvia Stolz, wohnhaft im Grossraum München. Wie mehrere ihrer Gesinnungskameraden melden wurde Stolz heute von Polizisten an ihrem Wohnort abgeholt, zwecks Überführung in eine Justizvollzugsanstalt.

Anlass für die Haftstrafe ist ein Vortrag, den Stolz Ende November 2012 in der Churer Stadthalle hielt. Eingeladen von Ivo Sasek, Gründer der Anti-Zensur-Koalition (AZK), der sie  damals den rund 2‘000 Besuchern als Frau mit dem „Mut eines Löwen“ ankündigte.

Die Gelobte befand zuerst: Wer vermeiden wolle, ein Nazi genannt zu werden, der müsse "die wesentlichen Themen ausklammern". Und sie behauptete weiter: Für den Holocaust würden "die Feststellungen über die Tatorte, Tötungsmethoden, Anzahl der Toten, Tatzeiträume, Täter, Leichen oder Spuren eines Mordes" fehlen, ebenso über "Zeugenaussagen, Dokumente oder sonstige Beweismittel". Und es gäbe auch keine Beweise für eine nationalsozialistische "Absicht, die Judenheit ganz oder teilweise zu zerstören", wie auch für "Beweise, Pläne und Befehle". Nach längeren juristischen Auseinandersetzungen verurteilte das Landgericht München Sylvia Stolz Mitte Februar 2018 wegen Volksverhetzung zu 18 Monaten Gefängnis unbedingt.

Kongressveranstalter Ivo Sasek, auch bekannt als christlicher Sektenprediger, wurde – nach Anzeigen von Privatpersonen - im August 2018 vom Bezirksgericht Plessur vom Vorwurf der Rassendiskriminierung freigesprochen. Ihm liessen sich, so befand das Gericht, keine rassistischen Motive nachweisen, noch habe er die Verbreitung rassistischer Gesinnung vorsätzlich in Kauf genommen.