Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Losone TI, 1. August 2018

Giorgio Ghiringhelli, Promotor des Burkaverbotes im Kanton Tessin und Gründer der Bewegung "Die Störenfriede" (Il Guastafeste), schreibt einen "Swiss Stop Islam Award" aus. Die drei Auszeichnungen soll Personen aus drei Landesteilen ehren, die sich im Kampf gegen die "Islamisierung" hervorgetan hätten. Das Wohlgefallen des Islamphoben erhielten in der Deutschschweiz Saida Keller-Messahli, die SVP-Nationalräte Walter Wobmann und Roger Köppel, sowie Giuseppe Gracia, Mediensprecher des Bistums Chur. In der Französischen Schweiz die Genfer Autorin Mireille Vallette, auch Präsidentin des Vereins "Suisse Vigilance Islam", weiter Sami Aldeeb, Christ palästinensicher Herkunft und Jurist, Uli Windisch, einst Soziologie-Dozent, nun altersradikaler Rechtsaussen-Blogger, sowie Dominique Schwander, Verfasser eines islamophoben Buches, elektronisch vertrieben von Ghiringhellis Bewegung "Störenfriede" und der unvermeidliche Alain Jean-Mairet, wohnhaft Luzern. Das Wohlgefallen des Tessiners Muslimgegners erhalten neben zwei Frauen (Anna Lauwert und Iris Canonica) auch fünf Tessiner, darunter die Lega-Exponenten Lorenzo Quadri und Boris Bignasca, die SVPler Alexander von Wittenbach und Eros Mellini.

P.S.

  1. Der Name "Anne Lauwert" verschwindet später wieder von der Liste. Die Gründe sind unklar. Lauwert, belgischer Herkunft, lebt seit Jahrzehnten im Tessin. Sie veröffentlicht ihre Beiträge sowohl auf Uli Windisch Blog "Les oberservateurs" wie auch auf der radikal-islamophoben französischen Site "Riposte laïque", deren offizieller Herausgeber kurzzeitig "Ripiste Laïque Suisse" war, eine Zeitlang präsidiert von Alain Jean-Mairet.
  2. Von den Vorgeschlagenen kündigt nur Saïda Keller-Messahli an, dass sie die Auszeichnung nicht anzunehmen gedenke.
  3. Tage später und nach einiger Kritik will Giorgio Ghiringhelli den Schein wahren und macht aus dem "Stop Islam Award" einen "Stop Islamization Award".
  4. Auf der Plattform "Tells-Geschoss" (sic!), verantwortet von Ulrich Schlüers "Schweizerzeit" und verwaltet von Anian Liebrand, wollen die Organisatoren 7'000 Franken Spenden bis Ende Oktober zusammenbringen. Ende September verzeichnen sie einen Zwischenstand von 9500 Franken.