Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

zurück

Schweiz, 1. Mai 2020

Der Nachrichtendienst des Bundes NDB veröffentlicht seinen Bericht zu "Bedrohungslage der Schweiz". Auch dieses Jahr glänzt er durch konsequent eingehaltene Oberflächlichkeit, nicht nur beim Thema 'Rechtsextremismus'. "Das Gewaltpotenzial des Rechts- und Linksextremismus" bestehe weiter; schreibt der NDB. Nur: Nur das muss er schreiben, sonst dürfte er die Szenen überhaupt nicht beobachten. Die beiden Szenen seien "international vernetzt". So ist es seit Jahrzehnten. Und weiter: "Beiden Szenen" gelänge "derzeit der Brückenschlag zu sozialen Bewegungen wie den 'gilets jaunes' oder den Klimaaktivisten und -aktivistinnen" nicht, "trotz einzelnen Bemühungen". Nur welche meinen denn die Leute von Nachrichtendienst?
ImTextabschnitt über Rechtsextreme steht dann noch: Die Szene verhalte sich "weiter konspirativ". Das tut  sie seit Jahrzehnten. Und ja, sie übe "in der Schweiz mit dem Einsatz von Gewalt Zurückhaltung". Zur Zeit, nur das kann sich schnell ändern: In der Szene seien "grössere Mengen funktionstüchtiger Waffen vorhanden". Auch dies gilt seit Jahrzehnten. Auch würden "Kampfsportarten trainiert", dies wissen Interessierte bereits durch Medienberichte, häufig gestützt auf Dokumentationen antifaschistischen Recherchegruppen. Und dann noch: "Das grösste Risiko für einen rechtsextrem motivierten Anschlag geht in der Schweiz analog zu diversen Anschlägen 2019 weltweit von allein handelnden Personen mit rechtsextremer Gesinnung, aber ohne Kontakt zu etablierten gewalttätig-extremistischen Gruppierungen aus. Die Anschläge von Christchurch, Halle oder Hanau sind zudem beispielhaft für extremistische Täter, die mit ihrer massiven Gewaltanwendung letztlich terroristische Gewalttaten verüben. Bisher existieren nur schwache Hinweise auf eine solche Entwicklung in der Schweiz." Das ist schon alles. Und Lesende sind so klug wie zuvor.