Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Wien & Basel, 28. August 2018

In mehreren Ländern ermitteln die Behörden gegen Aktivisten der Europäischen Aktion. Vor kurzem ist der Hauptbeschuldigte Hans Berger im Gefängnis gestorben.
Er lebte seit Jahrzehnten in der Region Basel, er schrieb Leserbriefe und publizierte in deutschsprachigen rechtsextremen Zeitschriften. Nach seiner Pensionierung wurde der österreichische Staatsangehörige «Landesleiter Österreichs» der Europäischen Aktion (EA). Vor bald drei Wochen ist Hans Berger 77-jährig in der Strafanstalt Wien-Josefstadt verschieden. Dies berichtete vergangene Woche das österreichische Boulevardblatt «Kurier».
Verhaftet in der Schweiz kurz vor Weihnachten 2016, dann ausgeliefert nach Österreich sass Berger die letzten 19 Monate in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelte gegen insgesamt acht Beschuldigte wegen des Verdachts der Beseitigung der Bundesregierung, des Installierens einen neuen «Reichsregierung» und eines zukünftigen Anschlusses an ein neues Grossdeutsches Reich. Die Ermittler stützen sich auf abgehörten Telefone und mitgelesene E-Mails. Berger galt  dabei als Hauptbeschuldigter und mitbeteiligt an Aufbauplänen für  einer europäischen Befreiungsarmee. Unter anderem soll er in einer Email eine «Kugel für das Merkel» (sic!) gefordert haben.
Berger hatte in der Untersuchungshaft – gemäss seinem Anwalt - ein Teilgeständnis abgelehnt. Doch zu einer Anklageerhebung kam es bis anhin nicht, auch weil die Behörden gegen andere EA-Aktivisten weiterermitteln, so in mehreren deutschen Bundesländern. Die Europäische Aktion EA war vor rund neun Jahren vom Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub gegründet worden. Mitte Juni 2017 hatte die EA überraschend ihre Auflösung bekanntgegeben.