Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

zurück

Zürich, 4. Oktober 2020

Die New York Times berichtet: Der ehemalige CS-Direktor Tidjane Thiam habe Rassismus in der Schweiz erfahren. Schweizer Medien berichten zuerst, als handele es sich um unbewiesene Behauptungen. Am unverschämtesten Lukas Hässig, Betreiber des Blogs "Inside Paradeplatz": Für Thiam sei es bei Kritik nie einfach nur um die Sache gegangen, sondern immer um seine Person. Dabei habe ihn "der Vorwurf des latenten oder offenen Rassismus vielmehr vor einem schnellen Karriereende" geschützt.
Im "Tagesanzeiger" schwadroniert Wirtschaftsredaktor Markus Diem Meier unter anderem: Urs Rohner Rassismus vorzuwerfen, überzeuge wenig."Es war immerhin er, der Thiam an die Spitze der Bank befördert hat." Und auch die NYT beschreibe, wie Leute auf der Strasse Tidjane Thiam mit Handschlag begrüssen oder mit ihm ein Selfie machen wollten. Auch das widerspriche dem Hauptvorwurf, wonach Thiam vor allem Feindschaft entgegengeschlagen habe. Am folgenden Tag entschuldigt sich Rohner für Szenen an seiner Geburtstagsfeier: Unter anderem ein Sketch, in dem ein schwarzer Schauspieler einen Hausmeister gespielt habe, der zur Musik tanzend mit einem Besen gewischt habe. Später seien auch Bekannte von Rohner mit Afro-Perücken aufgetreten. Boulevard gemäss grobschlächtig Tage später im "SonntagsBlick" Christian Dorer, "Chefredaktor Blick-Gruppe". Thiam sei "Täter nicht Opfer", behauptet er. Es sei "höchst befremdlich, wenn nun ausgerechnet der Ex-Chef" die 'Black Lives Matter'-Bewegung "für seine persönlichen Zwecke einzusetzen" versuche. "Denn die ist entstanden, um Schwarzen eine Stimme zu geben, die wirklich unterdrückt, wirklich diskriminiert werden." Thiam gehöre aber "zum reichsten und mächtigsten Promille der Menschheit". Im Klartext: Ein wirtschaftlich erfolgreicher Schwarzer soll sich nicht über den Rassimus seiner Schweizer Berufskollegen beklagen.