Oberaargau/Kanton Bern, 1. August 2016
An der PNOS-Erst-August-Feier sprechen Dominic Lüthard und Philippe Brennenstuhl, unter den Anwesenden auch Roger Wüthrich, einst Wiking-Jugend, später Avalon-Gemeinschaft.
An der PNOS-Erst-August-Feier sprechen Dominic Lüthard und Philippe Brennenstuhl, unter den Anwesenden auch Roger Wüthrich, einst Wiking-Jugend, später Avalon-Gemeinschaft.
Angekündigt als "Grossdemo: Merkel muss weg" versammeln sich rund 1500 Personen und damit weniger als an den beiden vorangegangenen Kundgebungen, noch im März waren es rund 1800 gewesen, bei der ersten Ausgabe sogar 3000. Unter den vorgesehenen Redner auch Ignaz Bearth. Über seinen Auftritt berichten die Medien nur wenig. Das Infoportal "Endstation Rechts" berichtet am ausführlichsten: "Das Mikrofon durften am Samstagnachmittag etliche Personen ergreifen, allen voran der Schweizer Ignaz Bearth, der auch schon auf den Pegida-Demos in Dresden gesprochen hat. Zum Ende versagte dem Präsident der Kleinstpartei „Direktdemokratische Partei Schweiz“ allerdings die Stimme." Der Grund bleibt unerwähnt, Bearth fand aber bald wieder zu Lautstärke zurück: "Auf dem Rückweg Richtung Hauptbahnhof gab Ignaz Bearth folgende Parole an seine Anhänger durch: „Heute sind wir Tausende, bald werden wir Hunderttausende sein." Kein Grund zur Beunruhigung meint "Endstation Rechts", denn bis dahin sei "es noch ein weiter Weg". Weiter berichtet das Portal: "Verantwortlich für die Demonstration zeichneten Funktionäre der Splitterpartei „Pro Deutschland“, die im September auch zur Abgeordnetenhauswahl kandidieren." Und auch noch: "Die Teilnehmer setzten sich aus verschiedenen Spektren zusammen, am ehesten erinnerte die Veranstaltung an die Dresdner Pegida-Märsche. Der mehrheitlich bürgerliche Teil wurde ergänzt von zahlreichen Hooligans und Neonazis, die aus angrenzenden Bundesländern angereist waren." Die Rechtsextremen hätten immer wieder dafü gesorgt, "dass die Demonstration unweigerlich an Szene-Aufmärsche erinnert" habe. Und auch: Neonazis (gaben) immer wieder Parolen durch wie „Antifa-Hurensöhne“ oder „Nationaler Sozialismus – jetzt, jetzt, jetzt“. Der Redner Sascha Perschke vom „Bürgerprotest Hannover“ ging gar einen Schritt weiter und appellierte an die Demonstranten: „Wollt ihr das System zum Einsturz bringen?" - Dutzende skandierten: „Ja“."
Das Bundesgericht veröffentlicht zwei Urteile, die auf Beschwerden von Alexander Müller zurückgehen. Müller hatte im Juni 2012 den Tweet verfasst: "Vielleicht brauchen wir wieder eine Kristallnacht ... diesmal für Moscheen". Inzwischen rechtskräftig wegen Rassendiskriminierung verurteilt, klagte Müller gegen die Zeitung "Schweiz am Sonntag" und gegen mich, beiden warf er Persönlichkeitsverletzung vor, beide Verfahren enden mit juristischen Niederlagen für den prozessfreudigen Zürcher.
Der Blog Identitaire verbreitet ein Comminiqué, in dem er erstens die Namensänderung zu Les Identitaires und zweitens die Ernennung des Genfers Jean-David Cattin zum Mitglied des zweiköpfigen Direktoriums ankündigt. Cattin soll verantwortlich für die Bildung sei (directeur national à la formation), währenddem Fabrice Robert, langjähriger Exponent der Identitären Bewegung, als Verantwortlicher für die Aktionen (directeur national à l’action) amten soll. Cattin, 31jährig und Oberleutnant der Schweizer Armee, war früher bekannt als Exponent der Genfer Identitären.
Die NZZ berichtet, dass der kroatische Sänger Marko Perkovic alias Thompson Anfang September in einer Sporthalle in Schlieren auftreten soll. Die Jusos protestieren in einem Bief an den Stadtrat gegen den Auftritt des rechtsextremen Kroaten. Sie schreiben: "Offen zur Schau getragener Rassismus ist in einer demokratischen Gesellschaft wie der Schweiz unzulässig und schürt Wut und Hass." In einer ersten Stellungsnahme sieht der zuständige Stadtrat keinen Handlungsbedarf. Tage später stoppt die Ticketagentur Starticket den Billetverkauf. Ende Juli untersgt der Stadtrat das Konzert, da die öffentliche Sicherheit nicht gewährleistet werden könne. Ende August bestätigt der Statthalter des Bezirks Dietikon das Verbot.
Quatorze Juillet spätabends. Nizza, Promenade des Anglais, das Feuerwerk verglühte nach einem letzten Knall. Ein grosser weisser Lastwagen setzt sich in Bewegung und rast dann über die belebte Strasse. Der Fahrer tötet über 80 Kinder, Frauen und Männer und verletzt noch viele Menschen mehr, Dutzende davon lebensgefährlich. Polizisten erschiessen den Massenmörder. In der „Neue Luzerner Zeitung“ NLZ behauptet Chefredaktor Jérôme Martinu zwei Tage später, allein mit der Tatsache, dass der Täter Muslim sei, würden „er und alle weiteren Attentäter und Terrorgehilfen uns ‚Andersgläubigen' eine perfide Falle (stellen): Diese wahnsinnigen Menschenverachter wollen uns dazu verleiten, alle Muslime in den gleichen Topf zu werfen.“ Martinu macht damit die bekannte Täter-Opfer-Umkehr und die MuslimInnen verantwortlich für die weitverbreitete Muslimfeindschaft.
Die Walliser Staatsanwaltschaft gibt bekannt, dass sie gegen SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor Anklage wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm erhoben habe. Vor knapp zwei Jahren hatte Addor nach einem Mord in einer St. Galler Moschee den Tweet "Mehr davon" (On en redemande) verbreitet. Der fundamentalistische Zentralrat der Muslime hatte daraufhin Strafanzeige eingereicht. Wenig überraschend steht die SVP Unterwallis ihrem Exponenten bei. In einem Mediencomminiqué behauptet sie zuerst, der Staatsanwalt unterstütze das „dreckige Spiel von Islamisten“ und meint noch, Addors Tweet sei „ironisch“ gemeint gewesen. Auf den Schutz der parlamentarischen Immunität kann sich Addor nicht stützen, der islamophobe Aktivist verbreitete seinen Tweet viele Monate vor seiner Wahl in den Nationalrat. Addor selber lehnt Medienanfragen ab, anders sein Anwalt. Auch er kapriziert sich mit der Schutzbehauptung, sein Mandant habe alles doch ironisch gemeint.
Die SonntagsZeitung berichtet, dass der PNOS Ostschweiz-Exponent Robin K. zum Leutnant der Schweizer Armee befördert worden ist.
Rechtsextreme laufen zum Schlachtgelände. Sie tragen Fahnen einiger Kantone und Schweizerfahnen, davon zwei mit dem langschenkligen Kreuz, und mindestens eine PNOS-Parteifahne. Sie legen beim Schlachtdenkmal einen Kranz nieder. Die PNOS berichtet später von "rund ca. 80 anwesenden Eidgenossen". Zwei Fotos zeigen einen Redner (wohl PNOS-Präsident Dominic Lüthard) vor dem Winkelried-Stein, dazu die Rückenansichten von ein paar Dutzend jungen Männern und von wenigen Frauen. Die PNOS bedankt sich bei "lokalen Eidgenossen für die reibungslose und gutgeglückte Schlachtfeier", womit wohl Mitglieder der Kameradschaft Morgenstern gemeint sind. Die Partei kündigt an, dass sie auch im kommenden Jahr der "gefallenen Helden" gedenken will. (Na denn, Prost!). Irgendwann später veröffentlicht auch die Nationale Aktionsfront NAF ein Berichtli über die kleine Feier, und erwähnt, dass "ein Referent der Nationalen Aktionsfront die Geschehnisse" vom 9. Juli 1386 reflektierte habe. (Immerhin behauptet die NAF nicht, bereits damals dabei gewesen zu sein!)
Organisiert von der Crew 38, Umfeldorganisation der Hammerskinhead-Bewegung, treffen sich Naziskins zu einem Konzert im Gemeindesaal des Dorfteils Villarimboud. Seit Monaten angekündigt waren die drei Bands Blindfolded (NL), Legittima Offesa (I) und Lemovice (F), ebenso hatte der Genfer Szene-Kleider-Vertreiber "No compromise No remorse" einen Stand in Aussicht gestellt. Die Anreisenden fuhren über den Schleusungspunkt Autobahnraststätte ''Rose de la Broye'' bei Estavayer au Lac VD zum Konzertort. Gemäss Beobachtungen der Antifa Bern waren knapp hundert BesucherInnen anwesend, obwohl der Saal bis dreihundert Personen aufnehmen kann. Weiter schreibt die Antifa Bern: "Neben den einschlägig bekannten Berner Oberländer Hammerskins, Mario Friso und Dominik Hulliger, waren auch Mitglieder der Kameradschaft Morgenstern (LU), sowie das Parti Nationaliste Suisse (PNS) Mitglied Jeremy Oguey am Konzert anwesend. Mit von der Partie waren auch die Betreiber der Taverne Excalibar aus Bossonnens (Fr). Der Betreiber der Bar, Hervé Savoy, war Mitglied des Corps Franc (FR), welches dem Neonazi-Netzwerk Blood and Honour nahe stand. Seine Taverne ist mittlerweile ein beliebter Szenetreffpunkt der Westschweizer Neonazis. Es ist anzunehmen, dass Savoy die Organisatoren auch logistisch unterstützte. So waren mehrere Autos mit dem Schriftzug der Taverne vor Ort und die Bar selbst blieb am 2. Juli geschlossen."